Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen – etwa jede vierte Frau zwischen 35 und 55 Jahren ist betroffen, doch viele bemerken nichts davon. Diese Wucherungen aus glatter Muskulatur in der Gebärmutterwand können Beschwerden verursachen, sind aber nur in seltenen Fällen gefährlich.

Art: gutartige Wucherungen in der Gebärmutter · Häufigkeit: 25–50 % der Frauen · Gefahr: in der Regel nicht bösartig · Ursprung: glatte Muskulatur · Behandlung: oft unnötig bei Symptomfreiheit

Definition
  • Gutartiger Tumor in der Gebärmuttermuskulatur
  • Häufig bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren
  • Entsteht aus glatter Muskulatur der Gebärmutterwand
Symptome
  • Starke oder verlängerte Menstruationsblutungen
  • Schmerzen im Unterleib oder unteren Rücken
  • Druckgefühl auf Blase oder Darm
Ursachen
  • Östrogenabhängiges Wachstum
  • Genetische Veranlagung möglich
  • Seelische Ursachen wissenschaftlich nicht belegt
Behandlung
  • Beobachtung bei Beschwerdefreiheit
  • Medikamentöse Therapie
  • Operative Entfernung oder MRgFUS
Wichtige Fakten auf einen Blick
Merkmal Details Quelle
Definition Gutartige Muskeltumore in der Gebärmutterwand Gesundheitsinformation.de
Häufigkeit 25–50 % aller Frauen betroffen St. Anna Hospital Herne
Bösartigkeit Sehr selten bösartig Gesundheitsinformation.de
Typische Lage In oder an der Gebärmutterwand Frauengesundheitsportal

Was ist ein Myom?

Ein Myom – auch Uterusmyom oder Gebärmuttermyom genannt – ist eine gutartige Gewebewucherung, die aus der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand entsteht. Diese Wucherungen treten als einzelne Knoten oder mehrfach auf und können unterschiedlich groß werden. Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen überhaupt.

Unterschiede zu Tumoren

Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren wachsen Myome langsam und breiten sich nicht auf andere Organe aus. Sie sind klar vom umgebenden Gewebe abgegrenzt und werden daher als gutartig eingestuft. Eine Verwechselung mit Krebs ist bei entsprechender Diagnostik kaum möglich.

Arten von Myomen

Mediziner unterscheiden Myome nach ihrer Lage in der Gebärmutter:

  • Submuköse Myome wachsen nach innen in die Gebärmutterhöhle und verursachen häufig Blutungsstörungen.
  • Subseröse Myome wachsen nach außen und drücken auf benachbarte Organe wie Blase oder Darm.
  • Gestielte Myome haben einen Stiel und können sich verdrehen – ein potenzieller Notfall.

„Myome sind gutartige Gewebewucherungen der Gebärmutter.”

— Gesundheitsinformation.de, autorisiertes medizinisches Informationsportal des IQWiG

Zusammengefasst: Myome sind gutartige Muskeltumore der Gebärmutter, die bei 25–50 % aller Frauen auftreten und je nach Lage verschiedene Beschwerden verursachen können.

Kann ein Myom gefährlich sein?

Myome sind in der Regel nicht gefährlich. Sie verursachen jedoch häufig Beschwerden, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordern.

Risiken und Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen gehören starke Blutungen, die zu Blutarmut (Anämie) führen können. Bei gestielten Myomen besteht das Risiko einer Stieldrehung, bei der die Blutversorgung unterbrochen wird. Dies kann starke Schmerzen, Übelkeit, Fieber und im Extremfall eine Notfalloperation erforderlich machen.

Myome können auch die Fruchtbarkeit einschränken und in der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und Plazentaablösung erhöhen.

Wann zum Arzt?

Bei folgenden Symptomen sollte eine gynäkologische Untersuchung erfolgen:

  • Ungewöhnlich starke oder verlängerte Menstruationsblutungen
  • Schmerzen im Unterleib oder Rücken, die nicht mit der Periode zusammenhängen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Häufiger Harndrang oder Probleme beim Wasserlassen

„Gestielte Myome können durch Verdrehung starke Schmerzen verursachen, da die Blutversorgung unterbrochen wird.”

— Gesundheitsinformation.de, Myomzentrum des UKSH

Warnung: Eine plötzliche Verdrehung eines gestielten Myoms kann zu einem akuten Abdomen führen und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.

Tipp: Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen können Myome frühzeitig erkennen, bevor sie Beschwerden verursachen.

Zusammengefasst: Myome sind meist harmlos, können aber bei Verdrehung oder starker Blutung zu Notfällen werden, die sofortige Behandlung erfordern.

Warum bekommt man Myome?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Myomen sind nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass hormonelle Einflüsse eine zentrale Rolle spielen und das Wachstum der Myome fördern.

Ursachen

Östrogene – die weiblichen Geschlechtshormone – regen das Wachstum von Myomen an. Daher wachsen sie vorwiegend während der Geschlechtsreife und bilden sich oft in den Wechseljahren zurück, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Auch genetische Faktoren seem to play a role, da Myome in manchen Familien gehäuft auftreten.

Risikofaktoren

Folgende Faktoren können das Risiko für Myome erhöhen:

  • Frühe erste Menstruation (Menarche)
  • Übergewicht
  • Familiäre Vorbelastung
  • Kindslosigkeit

„Östrogene regen das Wachstum von Myomen an, weshalb sie vorwiegend während der Geschlechtsreife wachsen.”

— Klinikverbund Südwest, klinische Expertise und Prävalenzdaten

Hinweis: Seelische oder psychosomatische Ursachen für Myome sind wissenschaftlich nicht belegt. Die Erkrankung hat keine nachgewiesene psychische Ursache.

Zusammengefasst: Myome wachsen hormonelldependiert und werden durch Östrogene angeregt, wobei genetische Veranlagung das Risiko erhöhen kann.

Was passiert, wenn man Myome nicht entfernt?

Wenn Myome keine Beschwerden verursachen, ist eine Behandlung in der Regel nicht notwendig. Viele Myome werden zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt und bleiben ein Leben lang unbemerkt.

Bei unbehandelten Myomen

Ohne Behandlung können Myome unterschiedliche Verläufe nehmen:

  • Sie können über Jahre gleich groß bleiben
  • Sie können langsam wachsen und irgendwann Beschwerden verursachen
  • Sie können sich in den Wechseljahren von selbst zurückbilden

Langzeitfolgen

Starke Blutungen können langfristig zu Eisenmangel und Anämie führen, was sich in Müdigkeit, Blässe und Kurzatmigkeit äußert. Wachsende Myome können auf die Blase oder den Darm drücken und Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang verursachen.

„Wenn Myome keine Beschwerden auslösen, müssen sie nicht behandelt werden.”

— Gesundheitsinformation.de, Leitlinien-basierte Patienteninformation

Tipp: Bei beschwerdefreien Myomen genügt meist die regelmäßige Kontrolle durch Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge.

Zusammengefasst: Beschwerdefreie Myome erfordern oft keine Behandlung und können sich in den Wechseljahren von selbst zurückbilden.

Wie bekomme ich Myome weg?

Die Behandlung von Myomen richtet sich nach der Stärke der Beschwerden, der Größe und Lage der Myome sowie danach, ob ein Kinderwunsch besteht. Verschiedene Therapieoptionen stehen zur Verfügung.

Behandlungsoptionen

Medikamentöse Therapie: Hormonpräparate wie GnRH-Analoga oder Gestagene können Myome shrinking and relieve symptoms. Allerdings können Nebenwirkungen wie Hitzewallungen auftreten, und nach Absetzen der Medikamente wachsen die Myome häufig wieder.

Minimalinvasive Verfahren: Die Myomenukleation (operative Entfernung der Myome) erhält die Gebärmutter. Die laparoskopische oder hysteroskopische Entfernung ist heute Standard.

MRgFUS: Die Magnetresonanzgesteuerte Fokussierte Ultraschalltherapie ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem fokussierte Ultraschallwellen die Myome gezielt erhitzen und schrumpfen lassen. Ein Schnitt ist nicht nötig.

Embolisation: Bei der Uterusarterienembolisation werden die Blutgefäße, die das Myom versorgen, blockiert, wodurch es schrumpft.

Operation oder Medikamente?

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Kinderwunsch: Wenn eine Schwangerschaft geplant ist, wird meist eine Myomenukleation bevorzugt.
  • Alter: Bei Frauen nahe der Menopause kann eine abwartende Haltung sinnvoll sein.
  • Beschwerden: Starke Blutungen oder Schmerzen erfordern meist eine aktivere Behandlung.
Behandlungsoptionen im Überblick
Vorteile
  • Medikamente: Beschwerdelinderung ohne OP
  • MRgFUS: Nicht-invasiv, keine Narben
  • Myomenukleation: Erhalt der Gebärmutter bei Kinderwunsch
Nachteile
  • Medikamente: Nebenwirkungen, Rückkehr nach Absetzen
  • MRgFUS: Nicht für alle Myomtypen geeignet
  • Operation: Risiken wie bei jedem chirurgischen Eingriff

„Hormonelle Therapie führt zu Schrumpfung, hat aber Nebenwirkungen wie Hitzewallungen und Wachstum nach Absetzen.”

— Radiologie Duex, Behandlungsdetails und Therapieoptionen

Hinweis: Die Rückfallrate nach Myomenukleation liegt bei bis zu 30 %. regelmäßige Nachkontrollen sind daher empfehlenswert.

Zusammengefasst: Die Myom-Behandlung reicht von Beobachtung bis zu operativen Eingriffen – die Wahl hängt von Beschwerden, Kinderwunsch und individueller Situation ab.

Myome in den Wechseljahren

Mit Beginn der Menopause sinkt der Östrogenspiegel, was sich auf bestehende Myome auswirkt. Viele Myome schrumpfen in dieser Lebensphase oder verschwinden ganz.

Typischerweise bilden sich Myome ab einem Alter von 45–55 Jahren zurück, da sie östrogenabhängig wachsen. Der Rückbildungsprozess kann jedoch mehrere Jahre dauern und ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Tipp: Frauen mit bekannten Myomen sollten auch nach den Wechseljahren regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, um die Rückbildung zu dokumentieren.

Zusammengefasst: Myome bilden sich in den Wechseljahren aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels oft von selbst zurück.

Fazit

Myome sind häufige, meist gutartige Wucherungen der Gebärmutter, die bei vielen Frauen keinerlei Beschwerden verursachen. Wenn Symptome auftreten, stehen heute vielfältige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – von der Beobachtung über medikamentöse Therapie bis hin zu minimalinvasiven Operationen und modernen Verfahren wie MRgFUS.

Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung sollte individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung der Beschwerden, des Alters und eines möglichen Kinderwunsches. Eine frühzeitige Diagnose und regelmäßige Kontrollen helfen, Komplikationen zu vermeiden und die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt einzuleiten.

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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Myom Krebs?

Nein, Myome sind keine Krebserkrankung. Sie sind gutartige Tumore, die nicht metastasieren und sich nicht auf andere Organe ausbreiten. Eine bösartige Entartung ist sehr selten.

Wann sollte man ein Myom entfernen lassen?

Eine Entfernung ist empfehlenswert, wenn Myome starke Beschwerden verursachen (starke Blutungen, Schmerzen), zu Komplikationen führen (Anämie, Unfruchtbarkeit), schnell wachsen oder bei Kinderwunsch die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern.

Verursachen Myome Gewichtszunahme?

Myome verursachen keine direkte Gewichtszunahme. Sehr große Myome können jedoch zu einer sichtbaren Vergrößerung des Bauchraums führen, was manchmal als Gewichtszunahme wahrgenommen wird.

Schrumpfen Myome in den Wechseljahren?

Ja, aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels bilden sich Myome in den Wechseljahren oft zurück oder verschwinden ganz. Dieser Prozess kann jedoch mehrere Jahre dauern.

Gibt es seelische Ursachen für Myome?

Nein, seelische oder psychosomatische Ursachen für Myome sind wissenschaftlich nicht belegt. Myome entstehen durch hormonelle Einflüsse und genetische Veranlagung.

Wie wird ein Myom diagnostiziert?

Myome werden meist durch eine gynäkologische Tastuntersuchung und Ultraschall diagnostiziert. Bei Bedarf können MRT oder Hysteroskopie weitere Details liefern.

Sind Myome erblich?

Es gibt Hinweise auf eine genetische Veranlagung. Myome treten in manchen Familien gehäuft auf, was auf erbliche Faktoren hindeutet.